Streik der Alleinerziehenden

 

8. März 2017 vor dem Parlament

 

 

 

 

Alleinerziehende sind LeistungsträgerInnen, die maßgeblich zum Erhalt der Republik beitragen und ihre breit gefächerten Fähigkeiten täglich und zum Wohl ihrer Kinder unter Beweis stellen.

Trotzdem leben 42% in Österreich in Armut. Auch, weil das Kindesunterhaltsgesetz Lücken aufweist und seine Modernisierung, die seit 2008 im Regierungsprogramm steht, mit großem Gleichmut von Jahr zu Jahr verschoben wird. 
Österreich liegt beim Gender Pay Gap europaweit seit Jahren an letzter bzw. vorletzter Stelle, da zu wenig Kinderbetreuungsplätze vorhanden sind, Mütter hauptsächlich halbtags arbeiten, selten in gut bezahlten Entscheidungspositionen sitzen und die Hauptlast der unbezahlten Arbeit tragen. So geraten sie im Alter nicht nur in die Altersarmut - eine Trennung oder Scheidung führt sie sehr oft von einem Tag auf den anderen mit ihren Kindern in prekäre Verhältnisse. 
Alleinerziehende arbeiten öfter Vollzeit als Mütter in Partnerschaften, kümmern sich alleine um den Haushalt und tragen oft die alleinige Verantwortung für ihre Kinder. Sie sind überdurchschnittlich versierte Managerinnen und die Bevölkerungsgruppe, die am meisten von Burn Out bedroht ist, dabei können sie es sich nicht leisten, krank zu sein.
Jahrelange Streitigkeiten vor Gericht sind oft die Folge der ungeregelten Unterhaltsfrage und kosten die Steuerzahlenden genauso viel Geld wie die Folgekosten von Kinder-und Jugendarmut in den Bereichen Bildung und Gesundheit.
Auch weil weltweit jede dritte Frau von Gewalt betroffen ist, ist es höchste Zeit, die Alleinerziehenden aus der historischen Diskriminierung zu befreien und ihre gesellschaftliche Anerkennung nachhaltig zu stärken.

Wir fordern:
-sofortige Abschaffung von §16UVG und 19 UVG
-Auszahlung der Vorschüsse in Höhe der Regelbedarfssätze
-Dauer der Auszahlung gekoppelt an die Familienbeihilfe
-Doppelresidenz erst ab 50:50

Wir streiken, weil wir die 42% Armutsbetroffenheit nicht mehr akzeptieren. Wir nehmen die Alleinerziehenden mit ihren Kindern in unsere Mitte, denn das ist der Platz, der ihnen gebürt. 

Am 8. März 2017, dem internationalen Frauentag, werden weltweit Frauen in den Streik treten, weil sie nicht mehr bereit sind, dem Backlash zuzusehen, der sich in rasanter Beschleunigung ausbreitet und bereits erkämpfte Rechte in Frage stellt.
Zwischen Neoliberalismus und dem daraus resultierenden Rechtsruck werden als erstes Frauen zerrieben. Obwohl sie die Neigung haben, vernünftig zu wählen und nicht müde werden, für ihre Rechte zu kämpfen, wie der Womens March on Washington wieder eindrücklich bewies.